Im Rahmen der Vortragsreihe „ZeitZeuginnen berichten“, veranstaltet von den Österreichischen Freunden von Yad Vashem, erzählte die Holocaust-Überlebende Schoschana Rabinovici am 15. September 2011 ihre Lebensgeschichte. Geboren 1932 als Susie Weksler war sie erst elf Jahre alt, als die Gestapo das Ghetto in Wilna auflöste. In den darauffolgenden zwei Jahren kämpften Susie und ihre Mutter trotz der aussichtslosen Lage um ihr Leben. Sieben zukünftige Auslandsdiener waren Zuhörer dieser bewegenden Lebensgeschichte.
Schoschana Rabinovicis Bericht beginnt in Wilna, welches 1941 von der Wehrmacht besetzt wurde. Für die jüdischen Bürger begann damit eine harte Zeit, sie wurden ins Wilnaer Ghetto zwangsumgesiedelt. Die Liquidierung des Wilnaer Ghettos überlebt Susie nur dank ihrer wagemutigen Mutter - im Sommer 1943 wurde sie ins Konzentrationslager Kaiserwald gebracht.
In Kaiserwald nimmt das hoffnungslose Leben seinen Lauf, oft wurden bei sogenannten Aktionen Häftlinge ermordet. Aufgrund harter Arbeit und Hunger verlor Susie, wie viele andere Häftlinge, langsam ihre Hoffnung. Doch ihre Mutter gab ihr den Glauben an eine bessere Zukunft zurück. Später wurden die beiden ins Konzentrationslager Stutthof verlegt, welches im Jänner 1945 evakuiert wurde. Während des Evakuierungsmarsches wurden Susie und ihre Mutter von der Roten Armee befreit, beide krank und abgemagert, aber sie lebten noch.
Gedanklich zurück in der Gegenwart erwähnte Schoschana Rabinovici, zusammen mit ihrer Mutter nie wieder ein Wort über die
schrecklichen Vorfälle verloren zu haben. Erst nach dem Tod ihrer Mutter veröffentlichte sie das Buch mit dem Titel „Dank meiner Mutter“, in welchem ihre außergewöhnliche Überlebensgeschichte dokumentiert ist. Die Frage eines Besuchers, ob es befreiend sei, solche Gedanken in einem Buch niederzuschreiben, bejahte sie.
Bei Fragen zu dieser Veranstaltung können Sie sich an Georg Stöllinger wenden.